Hagel entsteht, wenn Wassertröpfchen aus den niedrigen
Schichten von Gewitterwolken durch starke Aufwinde in die Frostzonen der
Wolken transportiert werden und dort gefrieren. Danach fallen die neu
entstandenen Eiskristalle in tiefere Luftschichten und nehmen neues Wasser
auf. Die Aufwinde bewirken, daß die Eiskristalle gegen die Schwerkraft
in der Luft gehalten werden und erneut in die kalten Luftschichten befördert
werden. Dieser Vorgang kann sich sehr oft wiederholen. Mit jedem Aufsteigen
verdichtet sich das Hagelkorn durch Eisanlagerungen zu einer immer
größer werdenden Eiskugel.
Sobald die Hagelkörner so schwer sind, daß sie von den Aufwinden
nicht mehr getragen werden können, stürzen sie in einer gewaltigen
Sturmböe aus den Wolken hinab. Da ihre Fallgeschwindigkeit sehr
groß ist, reicht die Zeit bis zum Aufprall nicht aus, um das Eis
vollständig zu schmelzen.
Das Ergebnis ist ein Hagelschauer.
Wie erwähnt sind es besonders Süddeutschland, Österreich
und die Schweiz, die unter Hagelschäden zu leiden haben. In den letzten
Jahren hat der Hagel allerdings auch vermehrt Gebiete
erfasst, die in der Vergangenheit nur selten betroffen waren. Allgemein
ist eine klare Zunahme von Hagelereignissen zu verzeichnen. Den Grund
für den deutlichen Anstieg sehen Meteorologen und Klimaforscher in
der Erwärmung der Erdatmosphäre. Sie rechnen mit einer weiteren
Zunahme von Naturkatastrophen wie dem Hagel.